Ein Rückblick auf das Jahr 2016 mit Zcash

Zcash 2016 – ein Jahresrückblick

Das erste Jahr mit Zcash ist vorüber. Genauer gesagt sind es eigentlich erst zwei Monate. Aber trotzdem lohnt sich ein kleiner Rückblick auf das, was sich 2016 seit dem Launch von Zcash getan hat.

Am 28. Oktober 2016 wurde der Genesis Block gemined. Einige Tage zuvor haben Zooko Wilcox und fünf weitere, zunächst geheime Teilnehmer das Setup unter strengen Sicherheitsvorkehrungen vorgenommen und die notwendigen Parameter für Zcash ins Leben gerufen. Über die fast paranoiden Sicherheitsbestimmungen beim Setup berichtete später z.B. Peter Todd, einer der sechs Teilnehmer, auf seinem Blog.

Zum Zeitpunkt des Launches war Zcash die wertvollste Kryptowährung, die es bisher gab. Auf Poloniex wurde kurz nach dem Start ein Preis von 3299 BTC/ZEC (in Worten: dreitausend-zweihundert-neunundneunzig Bitcoin) oder umgerechnet nach damaligem Kurs 2,3 Millionen USD geboten. Diese völlig irrsinnigen Preise waren die Folge einer hohen Nachfrage bei gleichzeitig nur wenig verfügbaren Coins. Dazu trug vor allem die teilweise auch kritisierte Slow Start Phase bei.

Demzufolge war es auch nicht überraschend, dass Zcash ebenfalls der volatilste Coin in der bisherigen Geschichte der Kryptowährungen wurde: Schon in der zweiten Woche war der Kurs bis auf 0,5 BTC/ZEC abgestürzt. Den tiefsten Wert erreichte Zcash bisher am 19. Dezember 2016 und lag dort bei 0,0426 BTC/ZEC. Seitdem ist er dezent wieder gestiegen und schwankt derzeit um die 0,05 BTC/ZEC.

Am 01. Dezember 2016 um 14:54 Uhr und 20 Sekunden (MEZ) wurde der 20.000te Block gemined und damit die Slow Start Phase beendet. Seitdem wird der volle Block Reward von 12,5 Coins pro Block ausgeschüttet. Na ja, nicht ganz. Denn 2,5 Coins pro Block gehen als sogenannter Founders Reward an die Entwickler von Zcash. Und das für die ersten 4 Jahre. Somit bleiben 10 Coins pro Block für die Miner.

Am 15. November wurde von Nathan Wilcox in einem Blogpost die Adresse des Founders Reward bekanntgegeben: t3Vz22vK5z2LcKEdg16Yv4FFneEL1zg9ojd. Zu dem Zeitpunkt lagen die dort eingegangenen Coins noch unberührt da. Wie aber angekündigt, fanden ab Ende November mehrere Transfers statt, sodass zum aktuellen Zeitpunkt (29.12.2016) gerade mal 30 ZEC dort lagern.

Dieser Founders Reward war auch einer der Punkte, die am stärksten an Zcash kritisiert wurden. Die Kritik ging soweit, dass am 6. November 2016 mit ZClassic ein Fork von Zcash geschaffen wurde. Der Gründer von ZClassic, Rhett Creighton, schuf diese Abspaltung bei der sowohl die Slow Start Phase als auch die Founders Tax abgeschafft wurden. Zooko Wilcox, der Gründer von Zcash, hat daraufhin im Zcash-Forum ein eigenes Statement zu dieser Abspaltung verfasst und verteidigte den Nutzen des Founders Rewards, äußerte sich zu ZClassic aber insgesamt recht positiv.

Eine Gruppe aus Europa, die sich als „ethical hackers“ bezeichnete, veröffentlichte am 28. November 2016 mit Ebitz einen weiteren Klon von Zcash. Auch bei Ebitz ist der Founders Reward aus dem Protokoll entfernt. Wenige Tage zuvor, am 20. November wurde mit Spectrecoin ein weiterer Coin, der auf dem zero-knowledge proof protocol basiert, gelauncht. Eine Besonderheit bei Spectrecoin ist, dass das gesamte Netzwerk komplett anonym nur innerhalb eines TOR-Browsers funktionieren soll. Bisher haben sich jedoch alle diese Coins nicht gegen Zcash durchsetzen können.

Neben dem Reward für die Entwickler gab es aber auch weitere Kritik an Zcash. Auf BTC-Echo, einer renommierten Newsplattform rund um das Thema Kryptowährungen, wurde am 30. November ein Artikel publiziert, in dem vor allem das Vertrauen in die Sicherheit des Zcash-Algorithmus in Frage gestellt wurde.

Besondere Sorge bereitet den Kritikern vor allem, dass kriminelle Personen unendlich viel Zcash fälschen und herstellen könnten, ohne dass aufgrund des anonymen Algorithmus (zero-knowledge proof) jemals etwas davon bemerkt wird. Dieses Szenario wäre aber nur dann möglich, wenn der private key, der beim Setup von Zcash entstand, noch existent wäre. Da dieser aber nachweislich zerstört wurde, ist das Szenario eher ein paranoides Gedankenspiel als tatsächliche Realität.

Was gab es noch in den 2 Monaten Zcash? Viele Pools sind von Anfang an auf den Zug aufgesprungen und haben Zcash in ihr Portfolio mit aufgenommen. Zu nennen sind hier insbesondere Suprnova, Flypool und Nicehash. Seit einigen Tagen ist nun auch der bekannte Pool Minergate mit dabei.

Auch bekannte Cloudmining-Dienste wie Genesis Mining und Hashflare waren von Anfang an dabei. Bei Genesis Mining waren die Contracts nach nur kurzer Zeit ausverkauft und können zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht wieder gebucht werden.

Vier Updates der Software von Zcash hat es bisher gegeben, das letzte Release 1.0.4 wurde am 15. Dezember 2016 veröffentlicht. Darüber hinaus wurde auch Mining-Software dringend benötigt. Deshalb wurde von der Zcash Electric Coin Company die Open Source Miner Challenge ausgerufen. Die Gewinner wurden am 3. Dezember auf dem Zcash Blog bekanntgegeben.

Insgesamt sind bisher viele gute Miner entwickelt worden, sowohl für CPU als auch GPU. Bei den GPU Minern wurde die Entwicklung zunächst mehr auf AMD Grafikkarten fokussiert. Bereits Anfang November kam das Release von Claymore´s AMD GPU Miner, welcher seitdem mehrfach überarbeitet wurde und momentan wohl der effektivste Miner für AMD Karten sein dürfte.

Für NVIDIA Karten gab es anfangs zwar den Nicehash EQM Zcash Miner. Damit ist es jedoch nur möglich, bei Nicehash selbst zu minen. Ein sehr effektiver NVIDIA Miner wurde am 7. Dezember 2016 veröffentlicht: EWBF´s CUDA Zcash Miner. Dieser erlaubt es, bei jedem beliebigen Pool zu minen. In die Software wurde allerdings eine Entwickler-Gebühr von 2% eingebaut, sodass ein Teil der Shares für den Programmierer gemined werden. Dennoch ist EWBF´s Miner sehr effektiv und holt momentan wohl das meiste aus NVIDIA Karten heraus.

Es hat sich also viel getan bei Zcash in 2016. Und auch in den ersten Monaten 2017 dürfte noch so einiges passieren. Denn Zcash steckt noch in den Kinderschuhen. Es wird weitere Software-Updates geben, neue Mining-Software wird vielleicht entwickelt und die bestehenden Miner werden wohl weiter optimiert werden um das bestmögliche Resultat aus der jeweiligen Hardware herauszuhohlen.

Auch der Zcash-Kurs wird sich weiter erklären müssen. Nach dem anfänglichen Hype und dem anschließenden Abfall des Kurses wird zumindest in der zweiten Jahreshälfte 2017 Zcash so langsam in ruhigeres Fahrwasser geraten. Es wird sich zeigen, ob der Vorteil der Anonymität der Transaktionen weitläufige Anerkennung findet und Zcash als alternatives Zahlungsmittel neben Bitcoin akzeptiert wird. Eine genaue Standortbestimmung ist zum jetzigen Zeitpunkt Ende 2016 eindeutig zu früh.

Wir sind gespannt auf ein neues Jahr 2017 mit Zcash!

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